Ludwig Klages - Klages, Persönlickeiten Hannover.
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Ludwig Klages

(R.M.) Längst sind wir es an dieser Stelle gewohnt zu staunen. Die Stadt, in der wir leben, hat in ihrer Geschichte nicht nur Künstler und Wissenschaftler vorzuweisen, sondern auch eine Reihe hochkarätiger Philosophen und Psychologen. Einer von ihnen, auch ein Zeitgenosse und Jugendfreund des bereits an dieser Stelle vorgestellten Kulturkritikers Theodor Lessing, ist der Lebensphilosoph Ludwig Klages. Er gilt weithin als Begründer einer ausdruckswissenschaftlichen Graphologie, also der Lehre von der Charakterdeutung aus dem Schriftbild.

Im Jahre 1872 in Hannover geboren, besuchte er gemeinsam mit Theodor Lessing das Gymnasium, um schon bald zum Studium nach München zu gehen. Nach der Promotion im Fach Chemie, in dem er allerdings niemals arbeitete, wandte er sich eher den Münchener Künstler- und Schriftstellerkreisen zu. Zusammen mit den Literaten Stefan George, Karl Wolfskehl und anderen bildete er auch den Künstlerkreis der so genannten Kosmiker. Klages studierte bei dem seinerzeit sehr bekannten Psychologen Theodor Lipps, einem Mitbegründer der wissenschaftlichen Richtung der Phänomenologie. Schon früh davon überzeugt, dass des Menschen Charakter und seine Seele sich in all ihren Ausdrucksformen in ihrer ganzen Dynamik zeigen müssen, entwickelte er aus seinen Beobachtungen eine Theorie der Ausdruckswissenschaft.

In Mimik, Schriftbild und Bewegungen war für Klages das Wesen des menschlichen Charakters deutlich zu erkennen. Hieraus entwarf er eine seinerzeit moderne Persönlichkeitsdeutung, in der die Möglichkeit der Charaktererkennung aus Form und Dynamik von Schriftbildern postuliert wurde. Klages Ausdrucksgraphologie wurde besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts häufig rezipiert und eben so oft für das Erstellen graphologisch-psychologischer Gutachten verwendet.
Der Philosoph vertrat eine Art modernes Heidentum und lehnte jede Form des Monotheismus ab, was ihn zeitweise auch in den Verdacht des Antisemitismus brachte.
Schon früh kritisierte er die Vorherrschaft der technisch orientierten Ratio über die Kräfte der ganzheitlichen Seelenbewegung, worin er der Kultur- und Gesellschaftskritik von Friedrich Nietzsche sehr nahe stand. Als Folge dieses unglückseligen Ungleichgewichts beklagte er die Zerstörung der Natur als Quelle des natürlichen Lebens. In diesem Punkt gilt Klages als früher Protagonisten der modernen Ökologiebewegung.

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