Heinrich Tramm - Hannoveraner Persönlichkeiten Tramm Staddirektor.
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Heinrich Tramm


(R.M.) Das Gesicht einer Stadt ist oftmals die Visitenkarte jener großen Persönlichkeiten, die politisch und gesellschaftlich in ihr gewirkt haben. Ganz besonders gilt dies auch für Hannover und verbindet sich hier mit dem Namen des Stadtdirektors Heinrich Tramm. In seiner langen Amtszeit von 1891 – 1918, der so genannten Ära Tramm, hat er der Stadt einen entscheidenden Teil ihres heutigen Aussehens mit verliehen.

Der Sohn des hannoverschen Architekten Christian Heinrich Tramm studierte nach dem Besuch des Lyceums in Heidelberg, Leipzig und Berlin Rechts- und Staatswissenschaften. Bereits 1883, also mit knapp 30 Jahren, wurde er hauptamtlicher Senator der Stadt Hannover. Mit dem Beginn seiner Dienstzeit als Stadtdirektor, was etwa dem heutigen Oberbürgermeister entsprach, begann eine Hochzeit der baulichen und infrastrukturellen Entwicklung, wie sie die Stadt Hannover zuvor selten erlebt hatte. Mit besonderem Engagement und offenbar unermüdlicher Schaffenskraft setzte sich Tramm für die Eingliederung vieler damaliger Vororte wie etwa Herrenhausen, Vahrenwald oder List ein.

In die Ära Tramm fallen aber auch der Bau von Wasser- und Elektrizitätswerken, das Fertigstellen der Kanalisation im Mittelbereich der Stadt sowie eine Reihe von Gebietszukäufen. Sie führten schließlich zu einer beträchtlichen Vergrößerung der eigentlichen Stadtfläche.

Nicht zuletzt wurde in seiner Amtszeit zwischen 1901 und 1913 das Neue Rathaus der Stadt gebaut. Es gilt, neben der ebenfalls in seiner Dienstzeit 1913 erbauten Stadthalle, bis heute als eine der markanten architektonischen Höchstleistungen im Stadtbild Hannovers.

Auch für die bildende Kunst hatte der engagierte Stadtdirektor einiges übrig. Über seine Freundschaft mit Max Liebermann, der ihn und seine Familie auch porträtierte, hatte er Verbindungen zu zeitgenössischen Künstlerkreisen aufgenommen. Tramm, selbst ein sehr engagierter Kunstsammler, sorgte so für den Ankauf bedeutender Bilder aus dieser Epoche durch die Stadt Hannover.

Tramm galt politisch zeitlebens als eher rechtsliberal bürgerlich orientiert. Er musste es nicht mehr erleben, dass sein jüngster Sohn Oskar unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft im Jahre 1943 hingerichtet wurde.

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