Berthold Carl Seemann - Seemann / Histoische Persönlichkeiten /Hannover.
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Berthold Carl Seemann


Hannover liegt an der Leine, die nun nicht gerade auf direktem Wege in eines der großen Weltmeere führt. Doch manch einen berühmten Sohn der Stadt zog die Sehnsucht hinaus in die weite Welt, so dass, wie bei dem Botaniker Berthold Carl Seemann, der Name zum Programm seines Lebens wurde. Einen Großteil seines Lebens brachte er auf Schiffen zu und erforschte die Flora damals noch abenteuerlich unbekannter Welten.

Sein Leben erzählt sich wie eine lange Reise durch die Welt gerade entdeckter Landstriche und darin blühender Pflanzen: 1825 in Hannover geboren, interessiert sich Seemann sehr früh für botanische Zusammenhänge. Schließlich, im Jahre 1846, bot ihm die britische Admiralität seine erste große Expedition als Naturforscher auf dem Schiff Herald an. Anliegen der Expedition war die Erforschung von Landstrichen in Süd- und Mittelamerika. Zwei Jahre später unternahm er mit demselben Schiff eine Forschungsreise in die Beringstraße. Von dort sollte man in das Polarmeer vordringen und das Schicksal des in dieser Gegend verschollenen Konteradmirals und Polarforschers Sir John Franklin ergründen, der einige Jahre zuvor mit den Forschungsschiffen MS Erebus und MS Terror in der nördlichen Polarregion verschollen war. Franklins Leben ist besonders durch die 1983 veröffentliche Erzählung „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny bekannt geworden, in der das Leben des berühmten Polarforschers, allerdings fiktiv verändert, im Spannungsfeld der sich rasend entwickelnden Moderne und der naturgegebenen Langsamkeit des Protagonisten erzählt wird.


In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts unternahm Seemann seine zweite große Expedition zu den Fidschi-Inseln und nach Venezuela. Unter anderem entdeckte und beschrieb er in diesem Zusammenhang die von ihm so benannte Menschenfressertomate, die der Legende nach von Kannibalenstämmen auf den Inseln zur besseren Verträglichkeit der von ihnen zubereiteten Mahlzeiten verwendet worden war.


Zwischenzeitlich war Seemann auch in den Botanischen Gärten in Hannover als Naturforscher tätig und im Jahre 1853 wurde ihm von der Universität Göttingen die Doktorwürde honoris causa für seine Arbeit verliehen.


Die Pflanzengattung Seemannia aus der Familie der Gesneriengewächse ist nach ihm benannt sowie die Seemannaralia aus der Familie der Araliengewächse.
In den letzten Jahren seines kurzen Lebens (er wurde 46 Jahre alt) war Seemann Verwalter einer Zuckerplantage in Panama und später einer Goldminengesellschaft in Nicaragua. Es war das bewegte Leben eines gebürtigen Hannoveraners, das sich auch heute noch wie ein spannender Abenteuerroman liest.

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