Georg Friedrich Grotefend - Historische Persönlichkeiten Grotefend Mai 2011.
Georg Friedrich Grotefend
Georg Friedrich Grotefend


(R.M.) Manchmal liegen die Verdienste der bedeutenden Persönlichkeiten eher im Verborgenen und erst die wissenschaftlichen Gesellschaften, in denen sie wirkten, machen dann später auf die besonderen Leistungen aufmerksam. Ähnlich ist es auch bei dem Schriftgelehrten und Altertumsforscher Georg Friedrich Grotefend, der als Folge einer Wette mit einem Kollegen in kürzester Zeit die Geheimnisse einer persischen Keilschrift aus sich selbst heraus entschlüsselte.

Grotefend wurde im Jahre 1775 in Hannoversch Münden als Sohn eines Schuhmachers geboren. Nach dem Besuch der Lateinschule studierte er Philologie und Theologie in Göttingen. Grotefend zeigte eine hohe Begabung für Analytik und hatte ein ausgeprägtes pädagogisches Geschick, weshalb ihm schon zu Studienzeiten die Stelle eines Hilfslehrers an einem Göttinger Gymnasium angeboten wurde.
Viele Jahre hatte er nach dem Studium die Stelle eines Konrektors an einem Gymnasium in Frankfurt am Main inne und lehrte außerdem als Professor am dortigen Lyceum Carolinum klassische deutsche Literatur.
Grotefend stand auch in einem sehr intensiven Briefwechsel mit Jacob Grimm. Darin ging es vor allem um einen intensiven Meinungsaustausch über die gotische Sprache.
Im Jahre 1802 setzte er als Folge einer Wette seine brillianten analytischen und sprachtheoretischen Kenntnisse ein, um die schon 1621 entdeckte persische Inschrift von Bahistun zu entziffern. Er benötigte dafür nur wenige Wochen und zeigte so, dass es möglich ist, eine sonst völlig unbekannte Schrift nur aus ihrer eigenen Systematik heraus zu entschlüsseln.
Es folgten weitere Abhandlungen über Keilschriften, die nun zu Grotefends wissenschaftlichem Arbeitsmittelpunkt geworden waren. Einige historische Fehlbeurteilungen konnten als Folge seiner Arbeit aufgeklärt werden. Sein Hauptwerk war das 1837 erschiene Buch Neue Beiträge zur Erläuterung der peresepolitanischen Keilschrift. Grotefend starb 1853 in Hannover, wo er seit 1821 als Direktor des Lyceums tätig gewesen war. Die eigentliche Bedeutung der Arbeit Grotefends wurde erst 1893 in der Zeitschrift der Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften einem breiteren Publikum eröffnet.
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