Theo Lingen - theo lingen historische persönlichkeiten.
(R.M.) Hannover ist nicht nur die Stadt der Philosophen und Wissenschaftler. Auch eine Reihe talentierter Künstler ging und geht aus ihr hervor. Einer von ihnen ist ganz besonders den Liebhabern alter deutscher Filme bekannt, in denen er neben seltenen ernsten Rollen viel häufiger mit einer filigranen, marionettenhaften Komik aufwarten konnte. Sein Name ist eigentlich Franz Theodor Schmitz, doch alle Welt kennt ihn nur unter seinem Künstlernamen: Theo Lingen.

Wer erinnert sich nicht an das nasale „Traurig – Traurig – Traurig“ aus den Paukerfilmen mit Hansi Kraus, in denen er als geplagter Lehrer über den Verfall der Jugend klagt? Oder an seine Paraderollen im Duo mit Hans Moser, wie zwei hervorragende Charaktermimen sich gegenseitig beschuldigen, als Heiratsschwindler ihre angebeteten Damen um die Ecke gebracht zu haben? – Theo Lingen wurde im Juni 1903 in Hannover geboren. Schon in seiner Schulzeit am Goethegymnasium entdeckte man seine außergewöhnliche Begabung für das Schauspiel, besonders für die marionettenhafte Stilisierung komischer Charaktere.

Im Jahre 1922 spielte er seine erste Rolle am Residenztheater in Hannover. Später trat er auch in Halberstadt, Münster und Recklinghausen auf. Bald interessierte sich Berthold Brecht für sein schauspielerisches Talent und besetzte 1929 am Theater in Frankfurt (Main) die Rolle des Macheath in der Dreigroschenoper mit dem hannoverschen Schauspieler. Die Filmkarriere ließ dann nicht lange auf sich warten. Lingen, dessen Künstlername sich übrigens aus dem Namen der Geburtsstadt seines Vaters im Emsland ableitet, erhielt einen Ruf nach Babelsberg. Der Regisseur Fritz Lang gab ihm Anfang der 30er Jahre Rollen in den mittlerweile legendären Kriminalfilmen „M- Eine Stadt sucht einen Mörder“ und in „Das Testament des Dr. Mabuse“.


Insgesamt ist der unvergessene Mime in mehr als 200 Filmen und einer großen Reihe von Fernsehproduktionen zu sehen. In seiner Wahlstadt Wien war er ab 1948 als Charakterdarsteller im Ensemble des Wiener Burgtheaters und machte sich später auch einen Namen als Drehbuchautor und Regisseur. Unvergessen bleiben auch seine Moderation und seine Einleitung zu den Ende der 70er Jahre im deutschen Fernsehen ausgestrahlten Laurel und Hardy – Filmen (Dick und Doof). Die Tragikkomik der zwei Figuren muss für Lingen eine besondere Bedeutung gehabt haben. Seine Einführung zu Schauspielern und Hintergründen war einfühlsam und tiefgründig. - Wie es wohl bei starken Mimen komischer Charaktere so häufig ist, war Theo Lingen im Privatleben ein eher ernster, zurückgezogener und belesener Mensch.


Im Jahre 1978 erlag Lingen in Wien einem Krebsleiden. – Man widmete ihm dort ein Ehrengrab. Die Stadt Lingen (Ems) benannte vor zwei Jahren einen neu geschaffenen Platz nach ihm.– Es war ein im künstlerischen Schaffen reiches Leben gewesen. Das Leben eines großen Komikers und ernsten Menschen.

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