(R.M.) Der Sohn eines Kleinbauern und Leinefischers gilt als einer der erfolgreichsten Unternehmer in der Geschichte Hannovers. Besonders im Bereich der Kalk- und Baustoffherstellung ist er als ein Mitbegründer moderner Industrialisierung anzusehen.

Johann Egestorff wurde 1772 in Lohnde westlich von Hannover geboren. Er begann eine Ausbildung als Böttcher und arbeitete in der Kalkbrennerei am Lindener Berg, die er später nach deren Konkurs übernahm.

Egestorff rationalisiert den Betrieb und erwarb das Recht auf Nutzung der Steinkohlefelder des Deisters bei Barsinghausen. - Der Betrieb expandierte rasch, so dass ihm 1817 bereits 16 Kalkbrennereien in Linden und Umgebung gehörten. Außerdem eröffnete er Steinbrüche und begann Nutzholz und Baustoffe in die ärmeren Gebiete Nordwestdeutschlands zu exportieren. Zu diesem Zwecke legte er an der Ihme einen Hafen an, von dem am Tag etwa 20 Schiffe mit Bauhandelsgut ablegten.

Zu den schärfsten Konkurrenten Egestorffs gehörte der Freiherr von Knigge aus Bredenbeck, der ebenfalls Steinbrüche und Kohlegruben betrieb. Der Unternehmer einigte sich mit dem Adligen aber schließlich durch Handelsabkommen.

Später nahm Egestorff seinen 1802 geboren Sohn Georg in das Unternehmen, dessen Aufgabe besonders in der Organisation einer effizienten Verwaltung und Buchführung bestand. Vater und Sohn gründeten in Bremen, wo der Senior eine Zuckerfabrik erworben hatte, eine Kommanditgesellschaft. Sie trieben die Geschäfte voran und bauten schließlich 1832 die Ziegelei in Empelde. Nach Tode Johann Egestorffs 1834, den man wegen seines Einzugs in das alte Kalkbrennerhaus auch den „Kalkjohann“ gerufen hatte, übernahm schließlich sein Sohn alle Geschäfte.

Georg Egestorff öffnete 1835 die Eisengießerei und mechanische Werkstatt in Hannover-Linden, aus der später die Hanomag-Werke hervorgingen.

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