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(R.M.) Nie war Hannover den Sternen näher, als mit diesem berühmten Sohn der Stadt. Er gehört zu den großen kosmologischen Forschern und sein Name lässt sich wohl ohne Mühe neben solche wie Kopernikus und Keppler stellen. Eine seiner größten und spektakulärsten Erfolge gelang ihm 1781 mit der Entdeckung des Uranus, dem siebten Planeten unseres Sonnensystems.
Als Sohn eines Militärmusikers wurde Friedrich Wilhelm Herschel 1738 in Hannover geboren. Anfangs trat er in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Musiker in der Hannoverschen Garde. Mit der Besatzung der Stadt durch französische Truppen 1757 flüchtete Herschel nach England. Sein Studium der Mathematik und der Musiktheorie führte ihn zu einer intensiven Beschäftigung mit den Gesetzen der Optik und der Verwendbarkeit von Linsensystemen. Von dort aus war es jetzt nur noch ein kleiner Schritt zur Astronomie und zur Beschreibung der Himmelskörper. Anfangs war Herschel ein Sternenforscher im wahrsten Sinne des Wortes. Er interessierte sich besonders für die Erscheinung von Fixsternen am Nachthimmel. Da die damals zur Verfügung stehenden Fernrohre für seine Zwecke zu schwach waren, konstruierte er kurzerhand, nach anfänglichen Misserfolgen, neue Teleskopsysteme mit wesentlich größerer Lichtleistung.
Nach der spektakulären Entdeckung des Uranus im Jahre 1781 wurde Herschel zum Mitglied der Royal Society gewählt und erhielt von King George III für seine Forschung nun eine jährliche finanzielle Zuwendung. – Die Investition hat sich, wie man heute vielleicht sagen würde, in jedem Falle gelohnt. Herschel war in seinem Erkenntnisdrang nicht zu stoppen. So gelang ihm neben der Erstbeschreibung mehrerer Saturn- und Uranusmonde auch eine schlüssige Hypothese über die Evolution des Universums.
Von immenser Bedeutung für die moderne Wissenschaft war auch die von ihm beschriebene Infrarotstrahlung. Auch hier ging er genial vor: er legte in den roten Bereich des durch ein Glasprisma gebrochenen Sonnenlichtes ein einfaches Thermometer und verzeichnete dabei einen Temperaturanstieg.
Falls Sie also das nächste Mal mit dem Auto oder dem Fahrrad durch die Herschelstraße fahren sollten, so denken Sie ruhig einen Augenblick daran, wie berühmt ein Mann werden kann, der sein Glück zuversichtlich in den Sternen sucht.
Veröffentlichung: 26.11.2012 (RM) - C20024 - Bildnachweis: AMH ©