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(R.M.) Hölty ist sicherlich vielen Hannoveranern ein Begriff. Vielleicht hat der eine im Hölty Gymnasium sein Abitur gemacht, ein anderer womöglich auch nur einmal eines seiner Gedichte gelesen. Der Dichter, Mitglied des Dichterbundes Göttinger Hain, ist schon sehr jung gestorben. Nur 27 Jahre jung erlag er der Schwindsucht, hinterließ jedoch in seinen Gedichten der Nachwelt ein unsterbliches Andenken.
Im Dezember 1748 wird Hölty in Mariensee bei Hannover als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. In der Kindheit erkrankt er schwer an den Blattern, die zu einer zweijährigen Blindheit führen und mit tiefen Narben im Gesicht ausheilt. Hölty wird von seinem strengen Vater vielseitig unterrichtet. Später besucht er die Lateinschule in Celle als Vorbereitung auf das Studium der schönen Wissenschaften und Sprachen an der Universität Göttingen. Der sprachbegabte Hölty übersetzt Texte aus dem Englischen, Griechischen und Italienischen. Anfang der 70er Jahre beschließt er Dichter zu werden und bemüht sich um die Veröffentlichung erster Werke. Mit Gedichten im Stil des Rokokos bewirbt er sich schließlich bei der „Deutschen Gesellschaft“ und wird auch als Mitglied anerkannt. Als besonderes Vorbild gilt ihm der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock, der als Begründer der Erlebnisdichtung und als Wegbereiter des Sturm und Drangs gilt.
Im Jahre 1772 gründet Hölty gemeinsam mit Johann Martin Miller, Johann Heinrich Voß und anderen Studenten der Universität Göttingen den Dichterbund „Göttinger Hain“. Die entstehenden Gedichte sind von Gefühl, Sehnsucht und tiefer Naturempfindung geprägt. Hölty gibt sich selbst den Namen Haining.
Nach der Auflösung des Hainbundes kehrt Hölty ohne Studienabschluss nach Mariensee zurück und schlägt sich mehr schlecht als recht mit Übersetzungen und als Sprachlehrer durch. Er erkrankt sehr bald an Tuberkulose und erliegt dem Leiden schließlich im Herbst 1776. Hölty zu Ehren wurde auf dem Nikolai- Friedhof in Hannover ein Grabdenkmal errichtet. Unvergessen bleiben aber vor allem seine 138 Gedichte.
Seit 2008 verleiht die Stadt Hannover zu seinem Gedenken alle zwei Jahre den Hölty- Preis für Lyrik
In den kalten Tagen des Februars vielleicht noch eine Strophe aus seinem Winterlied:
Keine Blumen blühn, / Nur das Wintergrün / Blickt durch Silberhüllen, / Nur das Fenster füllen / Blümchen, rot und weiß, / Aufgeblüht aus Eis.