Karl Jatho - Karl Jatho Flugzeug.
 

(R.M.) Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. So schwärmte einst der Liedermacher Reinhard Mey und mochte damit einem großen Sohn der Stadt Hannover aus dem Herzen gesprochen haben. Vier Monate vor den Gebrüdern Wright gelang dem Hannoveraner Karl Jatho im Jahre 1903 ein erster Motorflug in der Vahrenwalder Heide.

   

1873 in Hannover geboren, machte der spätere Pionier der Fluggeschichte sich schon bald auf in schwindelerregende Höhen. Gemeinsam mit seiner Schwester genoss er den Ruf eines stadtbekannten Hochradakrobaten.

    Mit 26 Jahren baute Jatho in einem Schuppen am nördlichen Stadtrand seinen ersten Gleitflieger, von dessen Flugleistungen er selbst jedoch nicht recht überzeugt war. Verunsichert durch den tödlichen Flugunfall Otto Lilienthals im Jahre 1896 nahm er sich noch einmal die Pläne vor und verbesserte sein Fluggerät fortwährend. Am 18. August 1903 war es dann soweit: Bestätigt von vier Augenzeugen bestieg Jatho seinen Doppeldecker mit 36 Quadratmeter Flügelfläche und einem französischen 12 PS Motor. Nach dem Start schwebte die Flugmaschine etwa 20 Meter weit in einer Bodenhöhe von 30 Zentimetern. Wenige Monate später wiederholte der technische Inspektor der Stadtverwaltung den Flug, wobei er die Flugstrecke vervierfachen konnte und immerhin eine Höhe von 2,70 Metern erreichte.

    Zwar war der Hannoveraner mit seinem Motorflug etwa vier Monate den bekannten amerikanischen Flugpionieren Gebrüder Wright voraus; er lag jedoch deutlich hinter dem deutsch – amerikanischen Auswanderer Gustav Weißkopf, der bereits im Sommer 1901 im Bundesstaat Connecticut mit einem selbst gebauten Motorflugzeug eine Strecke von 800 Metern zurückgelegt haben soll.
Karl Jatho gründete die Hannoverschen Flugzeugwerke und entwickelte seine Maschinen weiter. So entstand im Jahre 1907 das verbesserte Modell eines Doppeldecker- Gleiters, der Jatho 2 und 1911 die „Stahltaube“, mit der Jatho das erste Mal die Stadt Hannover umflog. Der von dem hannoverschen Pionier der Lüfte gegründeten Flugzeugfabrik sowie seiner Flugschule war jedoch nur wenig Glück beschieden. Sie wurden bereits 1914, nachdem auch das Militär kein großes Interesse an Jathos Erfindungen gezeigt hatte, wieder geschlossen.

    Auf der nördlichen Seite des Mittellandkanals, in der ehemaligen Vahrenwalder Heide, setzte der Arbeitskreis Stadtteilgeschichte List dem mutigen Flieger im Jahre 2006 einen Gedenkstein. Er erinnert an das Lebenswerk eines Mannes, der hoch hinaus wollte und im wörtlichen Sinne vollen Erfolg dabei hatte.

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