Die Stantdmauer
In ganz Hannover wurde bereits ab etwa 1250 ein ausgeklügelter Bautenkomplex aus Verteidigungsanlagen begonnen, der zur Stadtbefestigung der damals aufstrebenden Hansestadt dienlich sein sollte. Urkundlich erwähnt ist der Bau einer Stadtmauer 1297 durch Herzog Otto: Die vorher existenten Gräben und Erdwälle, meist palisadenbestückt, wurden von einer steinernen Stadtmauer abgelöst, welche im Schnitt zwischen sieben und acht Metern an Höhe und bis zu 1,20 Metern an Tiefe besaß.
Das niederländische Vorbild der Bastionärsbefestigung (Basteien sind Vorsprünge einer Mauer, die häufig festungsartige Ausmaße annahmen und aufgrund ihrer Verwinkelung bessere Abwehr sowie Sicht ermöglichten) wurde nach einigen Jahrhunderten realisiert, und so, verbunden mit bestmöglicher steinerner Befestigung der Stadt, erreichte gegen Ende des 17. Jahrhunderts die Mauer gut 2,8 Kilometer an maximaler Ausdehnung, fünf Stadttore dienten als Durchlässe: das Steintor, das Clevertor, das Aegidientor, das Calenberger Tor und das Leintor.
Nach dieser Blütezeit an Rüstung erreichte die Stadtmauer samt ihrer diversen Wehranlagen bald schon ihren Niedergang: Der Siebenjährige Krieg (1756 – 1763) veranlasste das "Chur-Hannover" zu einem letzten Einsatz der Wehranlagen. Unter Georg III., Regent bis 1820, folgte eine friedliche Zeit städteplanerischer Entwicklung, in der auch die Stadtmauen endgültig geschleift wurden – als letztes Stadttor verließ das Leintor 1798 das Stadtbild.
Heute sieht man noch sporadisch Reste der abgetragenen Mauer, besonders eindrucksvoll am Beginenturm beim Hohen Ufer sowie zwischen Oster- und Georgstraße, ferner zwischen Ebhardtstraße und Friedrichswall.