Das Welfenschloss
Bereits im Jahre 1717 errichtete man nördlich der Herrenhäuser Allee die Residenz des Grafen von Platen, namens Schloss Monbrillant. Dieser Edelstein funkelte jedoch nicht lange: Kaum 140 Jahre später, 1857, wurde jener Wohnsitz komplett verlegt und in Georgsmarienhütte wieder errichtet. So schuf diese Umsiedlung freien Platz für die Welfen, welche in den folgenden Jahren gemäß dem Architekten Christian Heinrich Tramm (1819 – 1861) das als Welfenschloss bekannte Bauwerk zu realisieren suchten, allerdings durch die Annexion Preußens nach dem verlorenene Krieg des Jahres 1866 scheiterten mussten. Noch vor der Fertigstellung des Baus annektierte Preußen nach gewonnenem Krieg und Entthronisierung Georg des V. 1866 das Königreich Hannover, woraufhin das Welfenschloss seiner ursprünglichen Funktion ledig – und leer – blieb.
Augenfällig damals schon durch den weißgelben Velpker Sandstein, welcher sich als Material besonderer Härte erfreut, konnte das Bauwerk in der heutigen Nordstadt erst im Jahre 1879 unter dem Bauherren Georg Christian Konrad Hunäus, 1802 – 1882, fertiggestellt werden. Zur selben Zeit wurde das bekannte Sachsenross in Statuenform dem Vorplatz zugefügt, dessen Symbolkraft auch mehr als 130 Jahre später im niedersächsischen Wappen wirkt.
Sodann erfuhr das Schloss auch inhaltlich eine neue Bedeutung: Es erfolgte der Einzug der Königlich Technischen Hochschule, der heutigen Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Universität Hannover, die bis 1978 noch Technische Universität Hannover hieß. Von da ausgehend, lernen heutzutage weit über 20 000 Studenten und lehren über 2300 Wissenschaftler an den diversen Fakultäten mit über 160 Instituten.